Jugendliche in ihrem Ärger ernst nehmen
Dampf ablassen, bevor etwas passiert
Frustrierte zum Schmunzeln bringen
An einer besseren Kirche mitbauen
"Jetzt fängt das schon wieder an!", "Haben die denn überhaupt nichts gelernt?", "Es ist zum Speiben, was sich hier abspielt" - seit ein paar Wochen gibt es für die engagierten Katholikinnen und Katholiken in diesem Land nur mehr ein Gesprächsthema. Die katholische Kirche ist im Ausnahmezustand.
Seit am 24. Jänner vom Vatikan die Aufhebung der Exkommunikation der Piusbruderschaft verkündet wurde, gehen in der katholischen Kirche die Wogen hoch. Als aber eine Woche später vom Vatikan ein neuer Weihbischof für die Diözese Linz bestellt wurde, der bislang lediglich mit - freundlich gesagt - eher skurrilen Thesen auf sich aufmerksam gemacht hatte, brach über die katholische Kirche in Österreich wie aus dem Nichts eine Kirchenkrise herein, wie sie seit den Tumulten rund um Krenn und Groer nicht mehr möglich gewesen ist.
Hunderttausende gläbige Menschen fühlen sich schlagartig in diese frustrierenden Zeiten zurückversetzt. Sie hatten damals der Kirche noch eine Chance gegeben und sind jetzt wie vor den Kopf gestoßen. Erstmals spielen nicht nur fernstehende, sondern auch hochaktive Katholiken mit dem Gedanken, die Kirche zu verlassen.
Das war der Anlass für eine Gruppe von jungen Katholikinnen und Katholiken, hier mit einem ungewöhnlichen Projekt gegenzusteuern. Auf einer Website sollten Jugendliche die Möglichkeit haben, sich mit kreativ-frechen Sprüchen ihren Frust von der Seele zu schreiben und Dampf abzulassen. Vielleicht würde es ja der eine oder andere Spruch ja sogar schaffen, in die Gesichter der Frustrierten ein Schmunzeln zu zaubern. Ein Lächeln bewirkt bei Verzweifelten oft mehr als alle gescheiten Argumente ...
Die Website sollte darüber hinaus den Jugendlichen Hoffnung geben, dass vielleicht doch noch nicht Hopfen und Malz verloren ist: Statements von anderen Jugendlichen sowie von fortschrittlichen Gläubigen in der Kirche, warum sie trotzdem in der Kirche bleiben, sollten ermutigen, die eigene Entscheidung vielleicht noch einmal zu überdenken.
Es ist das Privileg der Jugend, Missstände klar aussprechen zu dürfen!